Vorläufige Ergebnisse der heroingestützten Behandlung Opiatabhängiger


Obwohl der Modellversuch zur Erprobung der kontrollierten Heroinvorbereitung vom Zentrum für Interdisziplinäre Suchtforschung Hamburg noch nicht vollständig ausgewertet ist (bisherige Ergebnisse sind auf der Homepage www.heroinstudie.de / Ergebnisse nachzulesen), lassen sich aus der Heroinambulanz in Hannover folgende Praxiserfahrungen berichten:
  1. Nach über dreijähriger Laufzeit des Projektes hat sich in allen Studienzentren und somit auch in Hannover gezeigt, dass sich im Bereich der gesundheitlichen Verfassung eine signifikante und dauerhaft verbesserte Situation bei den Probandinnen eingestellt hat.
  2. Bei fast 90% der StudienteilnehmerInnen hat die Teilnahme an der heroingestützten Behandlung praktisch zur vollständigen Loslösung aus der Straßendrogenszene beigetragen.
  3. Der Konsum von illegalem Heroin konnte deutlich herabgesetzt werden, und auch im Bereich des Kokainkonsums der Probandinnen ist ein deutlicher Rückgang zu verzeichnen.
  4. Die Beschaffungsdelinquenz der StudienteilnehmerInnen ist innerhalb der Laufzeit des Modellprojektes praktisch auf Null gesunken.
  5. Auffällig ist die günstige Entwicklung der Anwohner/Anliegerverträglichkeit im unmittelbaren Umfeld der Studienzentren. Wie in anderen Standorten ist auch in Hannover für das nahe und direkte Umfeld der Studienambulanz in der Herschelstraße zu konstatieren, das es über die gesamte Projektlaufzeit zu keinerlei Störungen oder Anlas für Irritationen durch die StudienteilnehmerInnen gekommen ist.
Auf Grundlage der Praxiserfahrungen im Modellprojekt ist festzustellen, dass die heroingestützte Behandlung Schwerstabhängiger die soziale und grundsätzliche Situation der Konsumenten signifikant verbessert, die Beschaffungskriminalität verringert und die drogenbedingte gesellschaftliche Belastung minimiert.
Da sich die heroingestützte Behandlung in die gesamtkonzeptionelle Ausrichtung der STEP gGmbH einfügt und somit die Angebotspalette von Begleitung bis hin zum Ausstieg für Schwerstabhängige um eine zusätzliche Option sinnvoll erweitern würde, möchte die STEP die erfolgreiche Behandlung mit Diamorphin bei ausreichender struktureller, personeller und wirtschaftlicher Grundlage fortführen.




Die Projektpartner:

STEP Hannover gGmbHMedizinische Hochschule HannoverDrogenberatung Prisma